Georgien - Ursprungsland des Weinbaus

In Georgien herrschen seit altersher ideale klimatische und geologische Bedingungen für Weinrebengewächse und damit auch für den Weinbau. Und tatsächlich zeigen archäologische Funde, dass es hier eine über Jahrtausende währende ununterbrochene Tradition der Weinherstellung und Weinkultur gibt.

Die bisher ältesten dieser Zeugnisse wurden zwischen 2012 und 2016 in der Region Niederkartli (Kvemo Kartli), 50 km südlich der georgischen Hauptstadt Tbilisi gefunden. Es handelt sich um Bruchstücke von Tongefäßen, die bei der Ausgrabung jungsteinzeitlicher Dorfreste zutage gekommen sind. Die Scherben wurden mittels Radiokarbonmethode auf ein Alter von 5800 bis 6000 v. Chr. datiert und im Labor konnten Rückstände von Weinsäure und andreren Substanzen nachgewiesen werden, die eindeutig auf den Gebrauch der Gefäße zur Weinverarbeitung und -lagerung schließen lassen. Damit ist klar, dass die Vorfahren der Georgier im Neolithikum nicht nur mit dem Ackerbau begonnen haben, sondern vom Jagen und Sammeln auch gleich direkt zum Winzern und [Smiley mit Augenzwinkern] Bechern übergegangen sind.

Nach dieser Erkenntnis liegt der früheste Weinjahrgang der Georgier bereits 8000 Jahre zurück und ist damit der älteste überhaupt. Die Georgier können somit als Urwinzer gelten und dafür, dass das Wissen um die Weinherstellung von Georgien aus seine Verbreitung in der Welt gefunden hat, spricht nicht zuletzt auch die Übernahme des Namens aus der Ursprungsregion: vgl. georgisch ghwino, latinisch vinum und deutsch Wein.